1931
Das Stadion wurde am 17. Mai 1931als „Mitteldeutsche Kampfbahn“mit Platz für 35.000 Zuschauer eingeweiht – inklusive eines monumentalen Eingangsgebäudes an der Ostseite, dem Marathontor.Eine nächste Einweihung folgte bereits vier Jahre später (19. Mai1935), nun wurde die zusätzlich erbaute überdachte Holztribüne in Betrieb genommen.
1950
Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Mitteldeutsche Kampfbahn am 31. März 1950 einen neuen Namen: Für mehr als vier Jahrzehnte sollte es nun nach einem bulgarischen Kommunisten „Georgij-Dimitroff-Stadion“ heißen.
1969
Ende der 1960er, Anfang der1970er Jahre investierte die DDR hohe Summen in den Neubau und die Sanierung von Sportstätten, so auch in das Erfurter Stadion. Traversen mit Betonstufen und Wellenbrechern entstanden, es gab eine erste größere Anzeigetafel, die 500 Meter-Aschenbahn verschwand und es wurde eine400 Meter-Tartanbahn gebaut.
1970
Eine Neuerung, die das Stadtbild und die Charakteristik des Stadions bis heute prägen, ist die neu gebaute Flutlichtanlage mit den vier Masten. Nunmehr konnte auch am Abend bei Dunkelheit gespielt werden, immerhin 750 Lux spendete sie Licht. Am 6. Oktober 1970 wurde die neue Flutlichtanlage mit einem Spiel gegen Vasas Budapest eingeweiht.
1976/1981
In den 1970er Jahren entwickelte sich eine Fankultur auch in Erfurt. Nicht mehr Mantel, Hut und Schirm waren wichtige Utensilien, sondern Fahnen, Kutten und Aufnäher. Und auch das Verhalten vieler Fans änderte sich, es wurde lauter, ruppiger, aber auch aggressiver. Das führte zu erhöhtem Sicherheitsaufwand im Stadion: 1976 und 1981 wurden Zäune und Blockabtrennungen errichtet.
1991
Georgij Dimitroff war gar kein Freund der Stadt Erfurt! Das fand man kurz nach der Wende heraus, ein neuer Name wurde gesucht. Seit dem 1. August 1991 heißt es nun “Steigerwaldstadion”. Aber auch hier wurde eine Einweihung nicht vergessen, kurioserweise aber schon einige Tage zuvor –anlässlich des ersten Spieltags der 2. Bundesliga gegen den HFC.
1993/94
Die alte Holztribüne musste weichen, zu groß war der Aufwand für den Erhalt und die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften geworden. Zwischen 1993 und 1994 wurde dann an der Stelle der alten Holztribüne eine 4.000 Sitzplätze fassende Betontribüne mit Zeltüberdachung und Holzbindern gebaut. Die Einweihung fand dann anlässlich der Austragung der Deutschen Leichtathletikmeisterschaften im Jahr 1994 statt.
1999
Das letzte Flutlichtspiel fand am31. März 1999 statt, danach wurden die fast 30 Jahre alten Flutlichtmasten abgebaut und neue Masten errichtet. Nur wenige Tage vor der geplanten Flutlichtpremiere (Weihe) am 4. Dezember 1999knickte einer der Masten unterhalb der Strahler ab. Mit Feuerwerk, Wunderkerzen und Fallschirmspringern, die mit dem Ball auf den Rasen flogen, feierten am 7. März 2003 ab 19 Uhrganze 8.215 frenetische Fans beim Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken die spektakuläre Flutlichteinweihung
2014
Der Stadionneubau rückte heran: Am 8. Oktober 2014 verabschiedeten sich 6.478 Fans vom alten Steigerwaldstadion, dabei spielte der FC Rot-Weiß Erfurt gegen seinen alten Europapokalgegner FC Groningen. Im Anschluss gab es eine große Choreografie der Erfurter Fans und eine beeindruckende Pyroshow.
2015
Am 5. Januar 2015 war es so weit, die Bagger rollten heran und begannen, das alte Stadion abzureißen – beginnend mit dem Marathontor. Zum Glück sicherten Enthusiasten eine ganze Reihe der Steine – diese sind u. a. durch das Engagement von Ultras und Fanrat im Einlaufbereich des neuerbauten Parksaals zu sehen
2017
Am 22. Januar 2017 warteten rund18.000 Fans vergeblich auf die Mannschaft von Gegner Borussia Dortmund und froren vor sich hin. Strahlender Sonnenschein über dem Stadion ließ die Nachricht, dass wegen Nebels die Maschine mit den Bundesligaprofis nicht landen kann, nicht besonders glaubhaft erscheinen
2017
Am 22.7.2017 fand dann im Rahmen der Saisonvorbereitung doch noch ein Testspiel gegen Borussia Dortmund statt – irgendwie zählt das auch als Stadioneröffnung. Seither dürfen die Zuschauer ein zu drei Vierteln fertig gebautes Stadion bewundern. Wir sind näher und höher am Spielfeld, haben ein Dach über dem Kopf, es gibt moderne Toiletten (wenn auch zahlenmäßig nicht ausreichend), die Verpflegungssituation ist oftmals gut. Was noch fehlt: das letzte Viertel. Wir wollen ein komplettes Stadion einweihen!
zusammengetragen von Kurt Gaida und Michael Kummer
erschienen
auch im 1966er, dem Magazin über den FC Rot-Weiß Erfurt, Sonderausgabe
anlässlich des 60. Geburtstags des FC Rot-Weiß Erfurt, hrsg. vom Fanrat
Rot-Weiß Erfurt e.V.
Fotos:
- Bild 1: Planungsskizze Mitteldeutsche Kampfbahn 1920er Jahre - Stadtarchiv Erfurt
- Bild 2: Mitteldeutsche Kampfbahn mit Marathontor in 1930er Jahren - Stadtarchiv Erfurt
- Bild 3: Eingangsbereich des Georgij-Dimitroff-Stadions Erfurt im Jahr 1976 - Foto: Heinz-Lutz (Stadtarchiv Erfurt)
- Bild 4: Umbau der Innenfläche des Georgij-Dimitroff-Stadions Ende der 1960er Jahre - Foto: Heinz-Lutz (Stadtarchiv Erfurt)
- Bild 5: Erinnerungsglas an die Einweihung der Flutlichtanlage im Georgij-Dimitroff-Stadion im Jahr 1970
- Bild 6: Stadion mit Zäunen zur Fantrennung in den 1980er Jahren - Foto: Manfred Fromm
- Bild 7: Namensschild des Steigerwald-Stadion in Erfurt, hier im Jahr 2014 - Foto: Marcel Junghanns
- Bild 8: Neubau der Tribüne im Steigerwaldstadion Erfurt im jahr 1994 - Foto: Heinz-Lutz (Stadtarchiv Erfurt)
- Bild 9: Abgeknickter Flutlichtmast im Steigerwaldstadion Erfurt im Jahr 1999 - Foto: Heinz-Lutz (Stadtarchiv Erfurt)
- Bild 10: Choreografie beim Abschiedsspiel des alten Steigerwaldstadions am 8. Oktober 2014 - Foto: Marcel Junghanns
- Bild 11: Pyro beim Abschiedsspiel des alten Steigerwaldstadions am 8. Oktober 2014 - Foto: Marcel Junghanns
- Bild 12: Luftaufnahme des Steigerwaldstadion - Wikimedia Commons - CC BY-SA 4.0 - Arena Erfurt
Ehrenratsmitglied
Kurt Gaida











